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Die Flüchtlings-Transporte des Jahres 1946

Herr Wilhelm Jun aus Augsburg hat der VSFF im Jahr 2016 eine Sammlung der sogenannten “Flüchtlings-Transporte” des Jahres 1946 überlassen.

Sie enthält keine Namen der Vertriebenen, sondern die Abgangs- und Zielorte, Grenzankünfte sowie die Personenzahl von 1.832 Transporten des Jahres 1946, die aus den heutigen Ländern Tschechien, Slowakei, Österreich und Ungarn in die Gebiete der amerikanischen (Bayern, Nord-Württemberg, Nord-Baden, Großhessen) und sowjetischen Besatzungszone (ehemalige DDR) geleitet wurden.

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Die einzelnen Transportlisten liegen größtenteils im Nationalarchiv Prag, Kopien weitgehend im Sudetendeutschen Institut. Kopien der Original-Waggonlisten können im Sudetendeutschen Institut kostenpflichtig angefordert werden.

Sudetendeutsches Institut e.V.
Hochstraße 8
81669 München

Im Archiv in Troppau befinden sich digitalisierte personalisierte Transportlisten.

Eine Anleitung wie Sie dorthin gelangen finden Sie hier:

Das Sudetendeutschen Institut hat zudem die Listen einiger westböhmischer Abgangsbahnhöfe digitalisiert. Diese liegen zudem im Excel-Format vor. Von einer Veröffentlichung im Netz wurde aus verschiedenen Gründen abgesehen. Einzusehen sind sie jedoch auf der Homepage von Frau Christine Obermeier. Es handelt sich dabei um Transportlisten der Abgangsorte Eger, Falkenau, Elbogen, Graslitz, Neudek. In Arbeit: Karlsbad und Bischofteinitz.

Zudem befindet sich im SGA die CD 169, die den ersten Transport vom Lager Neustadt a.T., Kreis Friedland in die hessische Stadt Hünfeld enthält. Autor der CD ist Eduard Augsten.

Für die Transporte, die in die Sowjetische Besatzungszone gingen, wurden keine Transportlisten erstellt. Die Personen wurden jedoch in den Ankunftsbahnhöfen erfasst. Diese Listen liegen in den Archiven der jeweiligen Gemeinden.

In allen Listen sind natürlich nicht die Personen erfasst, die auf andere Weise die westdeutschen und österreichischen Besatzungszonen erreicht haben. Vor allem in grenznahen Gebieten wurde die grüne Grenze, häufig unter Mitnahme von Hausrat, überschritten. Manche Vertreibungen wurden auch in Form von Fußmärschen organisiert. Darüber gibt es nur zum Teil erschütternde Erlebnisberichte (bspw. Brünn), aber keine amtlichen Unterlagen.

Soldatenschicksale

Soldaten konnten nach Kriegsende nicht in ihre Heimat zurück, sondern wurden nach Beendigung ihrer Kriegsgefangenschaft direkt zu ihren Familien gebracht.

Über das Schicksal dieser Soldaten hat lange Zeit die “Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht“ (WASt) Auskunft gegeben, welche als Behörde dem Land Berlin unterstellt war. Diese wurde zum 01.01.2019 aufgelöst und deren Aufgaben, Archivbestände und Beschäftigte von der Bundesrepublik Deutschland übernommen und dem Bundesarchiv als “Abteilung PA – Personenbezogene Auskünfte“ übertragen. Anfragen können somit nun mehr an das Bundesarchiv gerichtet werden. Hierbei ist es zwingend notwendig, einen Benutzungsantrag sowie einen Recherche-Auftrag ausfüllen und mit einsenden.

Bundesarchiv, Abteilung PA
Eichborndamm 179
13403 Berlin

E-Mail: poststelle-pa@bundesarchiv.de

Bild rechts: Sammlung St. Höbelt